
Die mit Stoff überzogenen Schaumstoff-Module werden mit eingenähten Magneten fixiert.

Die Stoffbezüge sind abnehmbar, der Schaumstoff ist fünf Zentimeter dick.

Das Produkt ist in zehn Farben erhältlich.
"Die Reaktionen auf das Produkt waren so euphorisch", sagt Benedikt Kirsch, "das motiviert und hilft, finanzielle Engpässe durchzustehen". Das Produkt nennt sich "Tukluk". Ein Fantasiename, wie er erzählt: "Er bedeutet so schön nichts, lässt aber alle Assoziationen offen." Kirsch ist Jungunternehmer, mit Tukluk ist er seit Dezember 2009 auf dem Markt. "Tukluk ist ein Möbel, ein Spielzeug und ein Dreieck" erläutert der 30-Jährige im Gespräch mit derStandard.at: "Ein modulares System, das aus einzelnen Dreiecken besteht, die sich beliebig aneinanderreihen lassen."
Eingenähte Magnete
Für den Zusammenhalt sorgt eine von Kirsch entwickelte Magnetlösung, die gewährleistet, dass die Dreiecke nicht abgestoßen werden. "Wir haben mit verschiedenen Sachen experimentiert", sagt er und meint mit "wir" seine Freundin, Katharina Schildgen, mit der er seit dem Jahr 2007 an Design und Entwicklung von Tukluk feilt. Das Produkt ist für Kinder "ab drei Jahren" geeignet. Reüssieren will Kirsch im privaten Umfeld und bei pädagogischen Einrichtungen gleichermaßen. Im Visier hat er Kindergärten, Schulen oder auch Arztpraxen.
Den Anstoß zur Kreation gab ein Uni-Seminar. "Am Anfang hatten wir Prototypen mit Druckverschluss, Klettverschluss und Reißverschluss", skizziert er die Genese von Tukluk: "Erst nach der Studienabgabe sind wir auf die Magnetlösung gekommen." Und diese, so Kirsch, sei am praktikabelsten, weil sie ein größtmögliches Maß an Flexibilität garantiere. "Kinder sind so unvoreingenommen und können frei drauflos spielen."
"Liebe zu Details"
In den drei Jahren, die von der Idee bis zur Verwirklichung vergangen sind, sei mit "viel Liebe zu Details" agiert worden, führt er weiter aus: "Es war sehr zeitintensiv, den perfekten Schaumstoff, die Magnete und den passenden Mechanismus zu finden." Die Dreiecksform wurde aufgrund der statischen Eigenschaften, der Stabilität gewählt, so Kirsch. Bei der Konzeption habe die Erinnerung an die eigene Kindheit mitgespielt: "Höhlen bauen, in denen man sich verstecken kann."
"Wir wollten etwas schaffen, das Kinder sowohl kognitiv als auch motorisch fordert", erklärt er die Intention hinter dem Produkt, "gleichzeitig aber über einen spielerischen Zugang". Die Stärke von Tukluk manifestiere sich in der "Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten", ist er vom Erfolg überzeugt: "Es ist ein architektonische Herausforderung und erlaubt viele räumliche Kreationen, die errichtet werden können." Kirsch sieht im "kooperativen Ansatz" des Spielzeugs einen wichtigen Aspekt: "Für größere Gebilde braucht es zum Beispiel die Zusammenarbeit von mehreren Kindern."
Möbelstücke
"Eigentlich funktioniert es auch für Erwachsene", sinniert Kirsch über Tukluk als Möbel. Die Dreiecke könnten im Wohnzimmer als Sitzgelegenheiten oder Unterlagen fungieren, glaubt er. Man habe sich aber entschieden, es als Kinderspielzeug zu positionieren, denn: "Hier haben wir das größte Potenzial gesehen."
Tukluk ist nicht ganz billig. Ein Dreieck kostet 75 Euro. "Ab vier Teilen hat man schon ein sinnvolles Produkt und kann etwa eine Pyramide bauen", sagt Kirsch, der natürlich zur Devise "je mehr desto besser" rät: "Mit jedem neuen Dreieck kommen neue Möglichkeiten dazu." Die Module sind in zehn verschiedenen Farben verfügbar.
"Wert auf Nachhaltigkeit"
Nur mit Gütesiegeln zertifizierte Materialien sind im Einsatz, verspricht er, "sehr großen Wert auf Nachhaltigkeit" zu legen. Faire Arbeitsbedingungen und die ökologische Komponente seien Basis für Tukluk, betont er. Gefertigt werden die Module in Rumänien: "Würden wir sie in Österreich produzieren lassen, wäre das nicht mehr leistbar", so Kirsch: "Es war ein harter Kampf, die Kosten für die Herstellung zu reduzieren."
Das Spielzeug wird sowohl im Einzelhandel als auch über den Webshop vertrieben. In einigen Geschäften sei man schon vertreten, berichtet er. Von der Unternehmensphilosophie her passe Tukluk am besten in designorientierte Läden, bei denen das Produkt per se im Vordergrund stehe: "Wir wollen uns in diesem Segment positionieren." Man habe auch schon Anfragen von Geschäften abgelehnt, weil diese das Konzept konterkarieren würden, sagt Kirsch. Er will "sehr bewusst und in kleinen Schritten" in den Markt gehen. Kontinuierliches Wachstum statt einer schnellen Expansion laute das Credo.
Vorerst deutschsprachige Gebiete
Ein Wachstum, das Tukluk früher oder später in ganz Europa etablieren soll, formuliert Kirsch das Ziel. Im Moment seien noch die Märkte Österreich, Deutschland und die Schweiz prioritär. Gerade die Schweiz könnte ein wichtiges Land werden, hofft er, "die haben ein sehr stark ausgeprägtes Bewusstsein für Kinderspielzeug". Kirsch tingelt mit seinem Produkt von Stadt zu Stadt, um es auf Messen zu präsentieren. Die Marke ist geschützt, das Patent europaweit angemeldet.
Der Unternehmer ist auf der Suche nach Partnern. "Nur auf Kooperationsebene und nicht als Investoren", präzisiert er, "das Produkt will ich nicht aus der Hand geben". Geschäftspartner - etwa im Versand und bei der Lagerung - sollen für Entlastung sorgen, "damit ich mich auf das Wesentliche konzentrieren kann". "Diese Phase ist sehr anstrengend", räumt er ein, da er mit vielen verschiedenen Sachen konfrontiert sei. Die positive Resonanz bei den Abnehmern verschaffe ihm den nötigen Motivationsschub. Für den finanziellen Rückenwind sorgt eine Förderung von Departure, der Wiener Kreativschmiede.
Verwurzelt in Wien
Kirsch ist gebürtiger Deutscher und über die Stationen Rosenheim, München und Graz nach Wien gekommen; um hier zu bleiben: "Ich fühle mich sehr wohl und bin stark verwurzelt." Nach der FH in Graz hat der Designer in Wien Bildhauerei und Architektur studiert - aber nicht finalisiert. "Vielleicht geht es sich irgendwann noch aus." Profitiert habe er auf jeden Fall von den zwei Studienrichtungen: "Ich habe einen anderen Blick fürs Design bekommen."
Kirsch glaubt nicht, dass sein unternehmerischer Geist bei Tukluk enden wird. "Ich möchte schon Inhaber bleiben, aber auch noch andere Ideen realisieren." Er spekuliert damit, das Produktportfolio in einigen Jahren erweitern zu können. "Als Designer muss man sich seine Flexibilität bewahren." Mit der Markteinführung und den Verkaufszahlen zeigt sich Kirsch sehr zufrieden."Ein sensationelles Ergebnis", bilanziert er die ersten drei Monate, "weil wir noch gar nicht die Zeit hatten, aktiv zu akquirieren". (Oliver Mark, derStandard.at, 9.3.2010)
Link
www.tukluk.eu
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und von wem das wo produziert wird geht mich nix an - hautsache ich bekomme jeden monat mein geld .....
aber sie können sich ja überlegen wie lange sie für so ein teil in do it yourself benötigen und multiplizieren das mit ihrem stundenlohn inkl aller abgaben (auch die vom dienstgeber) rechnen noch urlaubs, weihnachtsgeld, fehlzeiten und urlaub ein. dazu zählen sie die materialkosten und wenn dann ein betrag von unter 75€/teil raus kommt reden wir weiter
DIESE GEIZ IST GEIL GESELLSCHAFT HAT WIRKLICH NICHT ALLE TASSEN IM SCHRANK
wird nicht in asien, sondern in rumänien produziert und ist immer noch nicht leistbar.
wie schlecht müssen dann die produktionsbedingungen / löhne / ausgangsmaterialien in china sein?
gäbe es das bei hofer, würden 4 stück 49€ kosten.l. die erreichte qualität wäre dann nur ca. 80% prozent, den kindern wäre das wurscht. aber die arbeitsplätze in rumänien wären futsch und der designer wäre auch unbekannt.
alles hat 2 seiten.
trotzdem: mir gefällt es. aber leisten kann ich mir das nicht.
ja, der preis ist ein problem, keine frage. aber: billigere produktion geht in europa sicher nicht und wenns beim hofer um 49 eur/4 stück zu haben ist, wäre das fein. aber: den kindern ist es nicht wurscht, wenns nicht funktioniert. und dazu muss es eben präzise produziert werden mit einem gewissen maß an qualität der werkstoffe. denn sonst leiert es sich aus und es kann nichts mehr gebaut werden. was daran angewandter boboismus sein soll, verstehe ich nicht.
ich hätte es übrigens auch furchtbar gerne, weil kinder voll drauf abfahren und kann es mir ebensowenig leisten.
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